Wenn das Kapital sich in einen Götzen verwandelt
und die Optionen der Menschen bestimmt,
wenn die Geldgier das ganze sozioökonomische System bevormundet,
zerrüttet es die Gesellschaft,
verwirft es den Menschen,
macht ihn zum Sklaven,
zerstört die Brüderlichkeit unter den Menschen,
bringt Völker gegeneinander auf
und gefährdet […] dieses unser gemeinsames Haus,
die Schwester und Mutter Erde.
(Papst Franziskus *1936)

Good News
Wirtschaft und Gemeinwohl

Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Menschen arbeiten in verschiedenen Berufen und bekommen dafür Geld als Tauschmittel, damit sie die Dinge erwerben können, die sie brauchen, aber nicht selbst herstellen. So sind wir gegenseitig von einander abhängig und sollten uns eigentlich als Gemeinschaft empfinden und entsprechend handeln. Doch in unserer Wirtschaft steht noch immer der Profit Einzelner im Mittelpunkt, nicht das Gemeinwohl. Für viele ist das Geld inzwischen nicht mehr nur Mittel zum Zweck (das (Über-)Leben zu sichern), sondern es ist zum Selbstzweck geworden. Solange jeder möglichst viel für sich haben und möglichst wenig abgeben will, wird das Wirtschaftssystem Menschen, Tiere und die Erde ausbeuten, es wird großen Reichtum bei wenigen und Armut bei vielen geben. Solange wir das Geld wie einen Gott verehren und Profit das Hauptziel von Unternehmen ist, werden unter dem Kostendruck immer mehr kleine Unternehmen aufgeben und die großen immer mehr Macht gewinnen und sie werden die Umwelt nicht schützen, denn das kostet ja Geld. Dass die Abhängigkeit von großen internationalen Konzernen problematisch sein kann, hat uns der Corona-Lockdown gezeigt, wo plötzlich nicht mehr alle Waren verfügbar waren. Doch es geht auch anders – und einige Beispiele haben wir unten aufgeführt, wobei auch hier die verwendeten Fotos von pixabay.de stammen.

170 Millionen Dollar für Indoor-Farmen im Supermarkt
Wenn der Salat direkt im Supermarkt wächst: Das Berliner Start-Up Infarm will, dass sich Städte längerfristig komplett selber mit Lebensmittel versorgen können. Jetzt haben sie 170 Millionen Dollar für ihre Vision des Urban Farming gesammelt. Infarms Geschäftsmodell ist Galonska zufolge „Landwirtschaft als Dienstleistung“: Während die Gewächshäuser in den Händen von Infarm bleiben, gehöre „alles, was oben rauskommt den Supermärkten“. Inzwischen hätten sie „Verträge im Wert von 400 Millionen Dollar“ unterzeichnet, sagte er Reuters. Aktuell würden monatlich mehr als 500.000 Pflanzen geerntet. Bislang sei die vertikale Landwirtschaft ein Zuschussgeschäft, es sei aber Ziel des Unternehmens, bis Anfang 2023 Gewinne zu schreiben.
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NGO „Cradle to Cradle“: Wir schaffen Werte, nicht Schadstoffe

Das Konzept „Cradle to Cradle“ denkt Produkte in Kreisläufen. Die gleichnamige NGO will unsere Wirtschaft komplett umgestalten. Bei Cradle to Cradle (C2C) existiert kein Müll mehr. Denn man produziert Dinge direkt für das jeweilige Nutzungsszenario, sodass sie entweder in biologische oder technische Kreisläufe gehen können, wo sie zirkulieren und nützlich bleiben.

Bisher folgt unser Wirtschaften der Prämisse, dass mit jeder Wertschöpfung auch Schadschöpfung wie Umweltverschmutzung entsteht. Um das zu ändern, müsste man weniger produzieren oder effizienter werden. Bei C2C gehen wir von dem aus, was uns die Natur vormacht: Wir schaffen Werte, nicht Schadstoffe, indem wir mit regenerativen Energien produzieren, gesunde Materialien einsetzen und faire Arbeitsbedingungen garantieren.

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Das Ende des Mülls: Ist eine Kreislaufwirtschaft die Lösung?

Jedes Umweltproblem hat sehr wahrscheinlich irgendwie mit Abfall zu tun, den Klimawandel eingeschlossen. Um auf dieser Erde zurechtzukommen, müssen wir nur eines tun: aufhören, so viel zu verschwenden. Von einer kompletten Kreislaufwirtschaft, die Rohstoffe immer wieder verwendet und gar keinen Abfall produziert, sind wir noch weit entfernt. Aber überall auf der Welt arbeiten Unternehmer und Umweltschützer eifrig an Lösungen. Die Verfechter der Kreislaufwirtschaft propagieren ein ganzes Bündel an Strategien – einige alt wie reduzieren, wiederverwenden und recyceln, und einige neu wie Dinge zu leihen statt zu besitzen. Zusammen sollen diese Strategien die globale Ökonomie umgestalten, um den Abfall abzuschaffen. Ziel der Kreislaufwirtschaft ist nicht, das Wachstum zu beenden, sondern die Art, wie wir Dinge tun, wieder in Einklang mit der Natur zu bringen, sodass der Wohlstand weiter wachsen kann.

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Lkws könnten zukünftig mit Solarenergie vom eigenen Dach fahren

Die Lkws der Zukunft sollten eine hohe Reichweite haben, aber auch emissionsfrei sein. Diesel-Lkws haben eine hohe Reichweite, verursachen jedoch erhebliche CO2-Emissionen. Elektro-Lkws mit fahrzeugintegrierten Solarmodulen hingegen sind zwar emissionsarm unterwegs, doch die Reichweite lässt in den aktuellen Modellen noch stark zu wünschen übrig. Vor allem Deutschland steckt in einem Entwicklungsstau. Während Tesla in diesem Jahr, etwas verspätet, elektrische Sattelschlepper mit einer Reichweite von fast 1.000 km auf den Markt bringen will, sind deutsche E-Lkws bislang nur für Reichweiten unter 300 km konzipiert. Damit sind sie vor allem im innerstädtischen Verkehr im Einsatz. Ein Konzept des Fraunhofer Instituts könnte helfen diesen Missstand zu beheben.
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Mini-Grids und digitale Technologien bringen nachhaltigen Strom an entlegene Orte

Mini-Grids sind unabhängig vom nationalen Stromnetz und helfen bei der Elektrifizierung ländlicher Gebiete. Eine Studie des IASS hat untersucht, wie die Mini-Netze, kombiniert mit digitalen Technologien, zur nachhaltigen Energieversorgung beitragen können.
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Remscheid wird erste Foodsharing-Stadt

In Remscheid sollen künftig weniger Lebensmittel im Müll landen. Dazu hat sich die Stadtspitze bekannt und am Donnerstag (12.3.2020) mit dem Verein Foodsharing eine Motivationserklärung unterschrieben. Mit der Unterschrift ist Remscheid die offiziell erste Foodsharing-Stadt Deutschlands. 16 Kriterien müssen dafür erfüllt sein, so die Idee der bundesweiten Bewegung „Foodsharing-Städte„. Ziel ist es, lokale Veränderungen herbeizuführen.

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Frankreich: Regionale Wirtschaft – Bio-Pilze aus dem Parkhaus

In Paris geht die Anzahl der Kraftfahrzeuge zurück, und so wachsen in einem stillgelegten Parkhaus in Paris verschiedene Pilze und Chicorée. 30 Tonnen konnten 2019 geerntet werden. Auf den lokalen Märkten kommen die Bio-Produkte gut an und sie reduzieren den CO2-Ausstoß, da sie keine weiten Transportwege haben.

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Erstes Recycling-Kaufhaus schreibt schwarze Zahlen
Ökologisch sinnvoll, ökonomisch erfolgreich: Das weltweit erste Recycling-Kaufhaus in Schweden überzeugt seine Kunden mit einer nachhaltigen Geschäftsidee und bringt Besuchern darüber hinaus den Gedanken einer klimaschonenden Kreislaufwirtschaft näher. Auf zwei Etagen bietet das „ReTuna“ ausschließlich recycelte Waren an. Möbel, Kleidung, Spielzeug oder Elektronik – von den Händlern repariert, aufbereitet und wieder „fit“ gemacht für ein zweites Produktleben. Das ReUse- und Recycle-Konzept geht auf: 1,1 Millionen Euro Umsatz machte das Einkaufszentrum im Jahr 2018.
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Umsonstläden stärken nachhaltigeren Konsum

Unser Konsum nimmt immer fragwürdigere Ausmaße an. Umsonstläden verfolgen ein alternatives Konzept. In ihnen kann jeder, der möchte, Dinge abholen, die andere Bürgerinnen und Bürger zuvor gespendet haben. Kostenlos. 1999 eröffnete der erste Laden dieser Art in Hamburg, heute gibt es sie in vielen Städten, wie etwa in Bochum, München oder Trier und in Baiersdorf.
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 „Wie können wir Geschäftsmodelle schaffen, die nicht auf Gier basieren?“
Der Vater der Mikrofinanzierung, Muhammad Yunus, erklärt im Interview, mit welchen Mitteln ein wirklicher Systemwandel herbeigeführt werden kann.
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Unternehmen sollten nicht ihrem Gewinn, sondern der Gesellschaft nützen
Unter dem Stichwort Verantwortungseigentum steuern immer mehr Unternehmen um: Statt nur dem Gewinn verschreiben sie sich dem Unternehmenszweck, ihrer Belegschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen. Das muss rechtlich abgesichert werden, fordert die „Stiftung Verantwortungseigentum”. Einige Unternehmen gehen den Weg bereits jetzt.
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Faire Berufskleidung bei der Feuerwehr Göttingen

Uniformen für die Polizei, Computer für die Verwaltung oder das Essen in Schulkantinen – etwa 350 Milliarden Euro gibt der Staat für Produkte und Dienstleistungen aus. Das Ganze nennt sich „öffentliche Beschaffung“. Aber unter welchen Bedingungen werden diese Produkte eigentlich hergestellt? Und wie können Kommunen fairer produzierte Waren einkaufen. Bei öffentlichen Beschaffungen wie etwa Arbeitskleidung für Staatsbedienstete erhält oft der günstigste Anbieter den Zuschlag. Die Stadt Göttingen geht einen anderen Weg, indem sie Produktionsbedingungen hinterfragt und auf faire Produkte setzt.

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Transition Forchheim – Alltag FairÄndern und das Klima schützen