„Unser Konsum von schnelllebiger Mode hat 2015 so viel CO2 verursacht
wie der gesamte Flug- und Schiffsverkehr zusammen.“

(Zitat Brode, Greenpeace, Schrot und Korn 11/2019)

Kleidung und Mode

Mehr als 80 Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich hergestellt. Durchschnittlich 60 kauft jeder Deutsche pro Jahr, ein Fünftel davon wird nie oder so gut wie nie getragen. Das Karusselder Fast Fashion dreht sich schnell, der Verbrauch steigt. Gut 15 kg Textilien gibt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr in die Altkleidersammlung. 2020 warnte der Fachverband Textilrecycling vor dem Kollaps des Systems. Denn minderwertige Billigteile taugen oft nicht einmal mehr als Putzlappen oder Dämmstoffe. Weltweit gehen beinahe 20% der Gewässerverschmutzung und 10% der CO2-Emissionen auf das Konto der Modeindustrie.
Nicht ohne Grund kommen mittlerweile die meisten Konsumprodukte aus Asien: Dort gibt es weder Arbeits- noch Umweltstandards, die den deutschen Gesetzen entsprechen. Das bedeutet: Billiglöhne, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen – und die Natur wird bei der Produktion extremst belastet. Umwelt kennt keine nationalen Grenzen. Es ist egal, wo wir die Natur zerstören. Es hat immer auch Auswirkungen auf die gesamte Erde und auch auf uns – irgendwann!
Um ein Kilogramm Baumwolle herzustellen, werden zum Beispiel bis zu 10.000 Liter Wasser verbraucht (das ist ungefähr ein Viertel des jährlichen direkten Wasserverbrauches pro Kopf in Deutschland). Dazu kommt dann noch das Wasser (und die CO2-Emissionen) für das Einfärben und die weitere Bearbeitung und den Transport der Baumwolle. Proben aus Abwässern in China  zeigten zum Teil eine 128-fach höhere chemische Belastung als die chinesischen Richtwerte (die über den europäischen liegen) zulassen.

Hier daher einige Vorschläge, was du tun kannst:

Baumwolle wird unter hohem Wasserverbrauch und Einsatz von Pestiziden und Düngung unter schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung und oft sogar unter Einsatz von Kinderarbeit hergestellt. Zum Färben werden Chemikalien verwendet, die danach teilweise ungeklärt entsorgt werden. Achte daher beim Kauf auf Fairtrade- und Ökosiegel (siehe siegelklarheit.de).

Kleidung mit dem Hinweis auf „bügelfrei“ oder „antibakteriell“ oder „schmutzabweisend“ wurde bei der Herstellung mit Chemikalien behandelt – kaufe sie nicht.

Ermögliche deiner Kleidung eine möglichst lange Lebensdauer, denn das verbessert die Ökobilanz. Achte schon beim Kauf auf Qualität. Frage dich, inwieweit es für dich wichtig ist, immer modisch auf dem neuesten Stand zu sein. Wenn Menschen dich nur schätzen, wenn du topmodisch gekleidet bist, dann frage dich, ob es das wert ist.

Insbesondere bei Sonderangeboten und im Schlussverkauf frage dich, ob du dieses Kleidungsstück wirklich brauchst.

Bekannte Marken und teure Preise allein sagen nichts über die Nachhaltigkeit in der Herstellung eines Kleidungsstücks aus! Achte auch hier auf die Siegel (siehe siegelklarheit.de).

Jeans im „Used Look“ werden fast immer (insbesondere in China) durch Sandstrahlung hergestellt, die für die damit beschäftigten Arbeiter sehr gesundheitsgefährdend ist.

Bevorzuge den Kauf in einem Geschäft statt online. Im Geschäft kannst du anprobieren und sparst das Zurücksenden von Ware, die nicht passt oder beim Anziehen doch nicht so toll aussieht wie auf dem Foto der Onlineplattform.

Verzichte auf Pelze und Produkte mit Pelzbesatz. Die meisten Pelze stammen aus industriellen Pelztierfarmen, in denen die Tiere leiden müssen, artgerechte Tierhaltung gibt es dort nicht. 

Auch die Herstellung von Wolle geht (fast) immer mit Tierquälerei einher. Merinoschafe beispielsweise wurden extra für höheren Wollertrag so gezüchtet, dass sie faltigere Haut und ein dickeres Fell haben. An heißen Tagen sterben sie daher oft an Hitzschlag.

Vermeide Textilien aus Kunstfasern. Zu ihrer Herstellung wird Erdöl benötigt und sie geben bei jeder Wäsche Mikroplastikteile ab, die Flüsse und das Meer verschmutzen und langfristig über die Nahrungskette auf unseren Tellern landen.

Bevorzuge pflanzliche Alternativen wie Viscose, Hanf, Leinen, Bambus oder wähle (die teurere) Bio-Wolle.

Kleidung, die du nicht mehr trägst, kannst du tauschen oder verkaufen oder verschenken.

Wenn du Kleidung in die Kleidersammlung gibst, achte darauf, sie einer gemeinnützigen Organisation zu geben, denn dann dient der Erlös einem sozialen Zweck.

Bring gut erhaltene Textilien selbst in ein örtliches Sozialkaufhaus (z.B. Packmer’s) oder einen Secondhand-Laden

Trage selbst auch Secondhand-Kleidung.

Werde kreativ und ändere ältere Kleidungsstücke. Im Internet gibt es viele Ideen zum Thema „Upcycling“ von Kleidung.

Auftragen ist eine Initiative, die eine Bewegung initiieren will, um Menschen anzuregen, Kleidung nachhaltig nutzen und so einen Beitrag zur CO²-Neutralität zu leisten und die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Kauf also nur, was du wirklich brauchst und anziehst! Und achte beim Kauf auf Fairtrade- und Ökosiegel (siehe siegelklarheit.de). Damit stellst du sicher, dass die Sachen unter fairen Bedingungen und auf nachhaltige, die Umwelt schonende Weise hergestellt wurden. Das ist bei billigen Kleidungsstücken nicht möglich.

Forchheim for Future
Alltag FairÄndern und das Klima schützen

  

Omas for Future
Handeln aus Liebe zum Leben