Papierverbrauch

Papier wird in vielen Bereichen eingesetzt, etwa 90% davon werden nur einmal oder nur kurz genutzt. Die wichtigsten Anwendungsbereiche und die entsprechenden Anteile am Papierverbrauch waren im Jahr 2017:

  • Grafische Papiere (für den Druck oder zum Beschreiben und Kopieren; zum Beispiel für Presseerzeugnisse, für Werbung oder für Büros) (35,6%),
  • Verpackungen (51,5%),
  • Hygienepapiere (6,6%),
  • Spezialpapiere, zum Beispiel Kassenzettel oder Kaffeefilter (6,3%).

Der Anteil von grafischen Papieren ist in den vergangenen Jahren gesunken, der Anteil von Papier und Pappe für Verpackungszwecke ist dagegen deutlich gestiegen. (Quelle)

Die Herstellung von Papier belastet die Umwelt durch einen hohen Verbrauch von Energie, Wasser und Chemikalien. Die Papierindustrie zählt zu den fünf energieintensivsten Branchen in Deutschland. Wasser ist dabei ein sehr wichtiges Prozessmaterial. Für die Herstellung eines Kilogramms Papier braucht es rund 100 Liter Frischwasser. Allerdings sind durch Wiederaufbereitung und geschlossene Wasserkreisläufe heute jedoch 90 Prozent der Wassermenge wiederverwendbar. Rund 75% des Papiers wird aus Altpapier hergestellt, doch dabei nimmt die Qualität der Fasern ab und daher müssen immer wieder frische Fasern hinzugefügt werden. Technisch möglich ist ein maximaler Anteil von 80 Prozent Altpapier im gesamten Papierkreislauf. Dennoch dient jeder fünfte gefällte Baum der Papierherstellung. Für die Papierherstellung aus Altpapier werden bis zu 70 Prozent weniger Wasser und bis zu 60 Prozent weniger Energie benötigt.

Papier besteht aus Holzfasern, die mittels chemischer oder mechanischer Verfahren aus frischem Holz oder Altpapier gewonnen werden. Um holzfreie Papiere herzustellen, wird aus dem Holz zunächst Zellstoff hergestellt. Dafür wird die Rinde entfernt und das Holz zu Hackschnitzeln zerkleinert und dann in schwefliger Lauge oder Säure gekocht. Der Zellstoff wird anschießend zu Papier gepresst, getrocknet und auf Rollen gewickelt oder zu Bögen geschnitten und gebündelt. Dieser Herstellungsprozess ist sehr wasserintensiv. Wasser wird unter anderem für die Herauslösung der Fasern sowie für Reinigungszwecke benötigt. Das Abwasser aus Papier- und Zellstoffwerken ist meist sehr hoch belastet. Die Papierherstellung ist außerdem energieintensiv. Für die Produktion einer Tonne Papier aus frischen Holzfasern wird so viel Energie benötigt wie für die Herstellung einer Tonne Stahl.

Trotz Digitalisierung ist der Papierverbrauch noch immer sehr hoch, in Deutschland liegt er noch immer über dem EU-Durchschnitt. Und da jeder Papier braucht, kann auch jeder etwas zur Einsparung von Papier – und damit von Energie und Wasser – beitragen:

  • Recyclingpapier verwenden, auch bei Küchenrollen und Toilettenpapier gibt es entsprechende Alternativen.
  • Ersetze Kaffee- und Teefilter aus Papier durch Dauerfilter aus Metall oder durch Baumwollfilter (für Tee).
  • Ersetze Papierküchenrollen durch waschbare Küchentücher aus Baumwolle oder Bambus (z.B. von Pandoo)
  • Achte beim Kauf von Papier und Holzprodukten auf nachhaltige Bewirtschaftung, wie sie beispielsweise das FSC-Siegel oder PEFC-Siegel kennzeichnen.
  • Sparsamer Papierverbrauch:
    • Frage dich an deinem Schreibtisch, welche Dokumente wirklich ausgedruckt werden müssen.
    • Bei mehrseitigen Dokumenten das Papier doppelseitig bedrucken. Das geht mit jedem Drucker, wenn man das Papier von Hand umdreht und wieder einlegt. Ist umständlich, aber das sollte es einem wert sein.
    • Wenn du ein Paket verschickst, verwende einen gebrauchten Karton, die gibt es in jedem Supermarkt oder Geschäft, wenn man nachfragt.
  • Papier am Ende unbedingt in der Altpapiertonne entsorgen, damit es recycelt werden kann.
  • Fast täglich landen Kataloge und Werbung in unseren Briefkästen. Wer braucht die schon? Daher Zettel an den Briefkasten kleben: BITTE KEINE WERBUNG.
  • Wenn Kataloge per Post kommen, kann man dorthin schreiben (am besten per Mail) und die Kataloge abbestellen. Dabei sollte man auch gleichzeitig der Weitergabe der Adressdaten an Dritte widersprechen. In diesem Zusammenhang ist auch ein Eintrag in die Robinsonliste sinnvoll.
  • Viele Bücher werden nur einmal gelesen und verstauben danach im Bücherregal oder landen in der Papiertonne, dies gilt insbesondere für Unterhaltungsliteratur. Diese kann man auch in einer öffentlichen Bücherei ausleihen oder auf einem der elektronischen Lesegeräte papierfrei lesen.
  • Gelesene Bücher, die man nicht noch einmal lesen will, in einen öffentlichen Bücherschrank stellen oder bei Pack mer’s oder beim AWO-Bücherbasar abgeben.

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