Die Energiewende gelingt,
weil es Sonne wie Sand am Meer gibt.
(Kuno Roth)

Klimawandel und Stromerzeugung

Unser Alltag ist heutzutage ohne Strom undenkbar. Wir brauchen diese Energieform nicht nur zur Beleuchtung und im Haushalt, sondern auch zur Produktion all dessen, was wir konsumieren. Und inzwischen auch für unsere Mobilität, wenn wir Elektroautos oder E-Bikes nutzen.

Dabei unterscheidet man entsprechend der Erzeugung in Strom aus Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl und Gas), aus Atomkraft und aus regenerativen Energien, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf das Klima haben.

Bei der Verbrennung fossiler Energien (Erdgas, Erdöl und Kohle) entsteht Kohlendioxid (CO2), das die wichtigste Ursache für den Klimawandel ist. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Art des Brennstoffs und die Effektivität der Anlagen.

Mit Braun- oder Steinkohle betriebene Kraftwerke haben pro gewonnener Einheit Strom den höchsten Ausstoß an CO2. Und sofern diese Kraftwerke nicht zugleich als Heizkraftwerke fungieren (was nur selten der Fall ist) und die anfallende Abwärme zum Heizen nutzen, muss diese über Kühltürme und Flüsse abgeführt werden und belastet so zusätzlich die Umwelt. Auch die Tatsache, dass zum Kohleabbau ganze Landstriche verwüstet werden (siehe Hambacher Forst u.a.), spricht gegen diese Form der Stromerzeugung.

Bei der Verbrennung von Erdöl oder Erdgas zur Stromerzeugung fällt zwar etwas weniger CO2  an als bei der Kohleverbrennung, aber auch diese Rohstoffe sind nur in begrenztem Umfang auf der Erde vorhanden und wir betreiben gerade Raubbau an ihnen. Zudem müssen sie importiert werden und machen uns so wirtschaftlich von anderen abhängig. Die Meinung der Experten, wann die Erdölvorräte aufgebraucht sein werden, gehen weit auseinander und liegen zwischen 20 und 60 Jahren und ihr Ende hängt natürlich davon ab, wie hoch unser Verbrauch ist. Eine besonders umweltschädliche Art, Erdgas zu erzeugen, ist Fracking, was hauptsächlich in den USA betrieben wird.

Atomkraftwerke erzeugen bei der Stromherstellung zwar kein CO2, aber dafür radioaktive Abfälle, die über Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden müssen – was aber unmöglich ist. Es gibt bisher keine vor Krieg, Terror und geologischen Änderungen (z.B. Erdbeben) sicheren Zwischenlager geschweige denn Endlager. Und am Ende ihrer Betriebsdauer müssen die Atomkraftwerke rückgebaut werden, wodurch weiterer verstrahlter Schrott entsteht, der sicher gelagert werden muss. Dieser Atommüll bedroht die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder über viele zukünftige Generationen. Und die Milliarden Euro betragenden Kosten für diesen Rückbau trägt der Steuerzahler – also Sie und ich, während die Milliarden Gewinne während des Betriebs in die Kassen der Betreiber flossen.

Zum Erreichen der Klimaziele ist die Senkung des CO2-Ausstoßes unabdingbar und daher wurde die Stromerzeugung aus regenerativen Energien in den letzten Jahren ausgebaut. Hier unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Solar-, Wind-, Biomasse-, Wasser- und Erdwärmeenergie. Diese aus der Natur stammende Energie belastet die Umwelt erheblich weniger und erzeugt kein CO2. Natürlich gibt es auch hier Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollen, wie beispielsweise der Flächenverbrauch für Solarfelder, die Tatsache, dass weder immer die Sonne scheint noch immer Wind weht, dass zur Wasserkraftnutzung Stauanlagen gebaut werden müssen, die das umgebende Ökosystem beeinträchtigen, dass für die Stromerzeugung aus Biomasse diese dem Nahrungskreislauf entzogen wird und dass die Folgen von Erdwärmenutzung noch nicht hinreichend erforscht sind. Dennoch sind diese Probleme weniger folgenschwer und leichter zu lösen als die der anderen Stromerzeugungsformen. Strom aus regenerativen Energien leistet einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Einsparung.

Wer ein Eigenheim hat, kann durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zur Energiewende beitragen. Aber auch auf einem Balkon kann man eine Kleinanlage errichten und den Strom nutzen.

Mit der Wahl der Stromart kann man daher  entscheiden, welchen Beitrag man persönlich zum Klimaschutz leisten möchte. Mit dem Wechsel auf Ökostrom kann man einen wesentlichen Beitrag zur Senkung des „persönlichen“ CO2-Ausstoßes leisten. Inzwischen hat eigentlich jeder Stromanbieter einen Öko-Tarif im Angebot. Wenn man bei seinem Stromanbieter danach fragt, dann empfiehlt es sich, auch gleich die Frage danach zu stellen, wie sich der Strommix dieses Anbieters prozentual aus Atomstrom, Strom aus fossilen und aus regenerativen Energien zusammensetzt. Bei manchen Anbietern ist der regenerative Anteil so gering, dass er kaum erwähnenswert ist. Je höher er ist, um so besser. Am besten ist es natürlich, zu einem Anbieter zu wechseln, der nur regenerative Energien zur Stromerzeugung nutzt, wie beispielsweise EWS, Greenpeace und die Naturstrom AG. Dieser Strom ist zwar unter Umständen etwas teurer, aber dies liegt daran, dass Strom aus Atomkraft und Kohle staatlich subventioniert werden. Der Kohleabbau zerstört die Landschaft und insbesondere bei Atomstrom gehen die Kosten der Entsorgung und des Rückbaus von AKWs nach deren Stilllegung zu Lasten der Steuerzahler und sind damit extrem unsozial. Der monetäre Preis sollte nicht immer das ausschlaggebende Kriterium sein.

Und je mehr Menschen sich für Ökostrom entscheiden, umso eher gehen die Kohle- und Atomkraftwerke vom Netz.

Höre zu diesem Thema auch den Podcast von Cordula Weimann, der Gründerin von Omas for Future.

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