Transition – was ist das?

Transition bedeutet einfach Wandel:

  • Wandel von einer Wirtschaft, die abhängig von fossilen Brennstoffen (deren Vorkommen begrenzt ist) und globalen Marktbedingungen ist, hin zu einer Wirtschaft, die ihren Schwerpunkt in der jeweiligen Region hat, die kleinteilig strukturiert ist und so dem Mittelstand eine Chance gibt und gleichzeitig viele Arbeitsplätze sichert.
  • Wandel von einer industriellen pestizid- und kunstdünger-intensiven Landwirtschaft, die auf der Übernutzung von natürlichen Ressourcen beruht, zu einem natürlichen ökologischen Anbau von Lebensmitteln.
  • Wandel von dem Glauben, dass ständiges Wirtschaftswachstum und Produktionssteigerungen die Problemlösung darstellen, hin zu der Erkenntnis, dass dies nur die Verschwendung von Ressourcen und Nahrungsmitteln, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie mangelnde Gerechtigkeit zur Folge hat, was letztlich zum Zusammenbruch des globalen Ernährungs-Systems und zu wiederkehrenden Hunger-Krisen führt.
  • Wandel zu einer Wirtschaftsform, in deren Mittelpunkt nicht das Gewinnstreben Einzelner, sondern das Wohl Aller steht.

Die Transition-Bewegung hatte 2005 ihren Ursprung in England und Irland und breitet sich inzwischen weltweit aus.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen viele Transition-Gruppen – seit Herbst 2019 auch in Forchheim. Unser Grundgedanke lautet: Global denken und regional handeln. Wir sind davon überzeugt ist, dass in jedem Menschen der Wille zum Guten und die Kraft und Kreativität für Ver(Fair)Änderungen steckt. Deshalb wollen wir einen fairen Umgang mit Menschen, einen fairen Umgang mit Tieren und den fairen Umgang mit der Natur und der Erde. Wir sind überzeugt: Lokales Handeln kann die Welt verändern.

Die Menschheit steht heute vor umfassenden globalen Problemen, die wir größtenteils durch unsere Lebensweise selbst verursacht haben:

  • Klimawandel
  • Verschmutzung von Land und Meer durch Müll
  • Raubbau an der Erde und ihren Naturschätzen
  • Ungleichverteilung des Reichtums, daraus folgend Armut und Hunger in weiten Teilen der Welt
  • Landwirtschaft mit Giften und Kunstdüngern, die den Boden und seine natürliche Fruchtbarkeit zerstören
  • leidvolle Tierhaltung zur Fleischproduktion
  • und vieles mehr, was aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde.

Um diese Probleme zu lösen, sind nicht nur Regierungen und die Wirtschaft gefragt, sondern insbesondere auch jeder Einzelne von uns. Die Lösung liegt dabei nicht in einem vermehrten „Weiter wie bisher“, nicht in Energieerzeugung durch Atom, Kohle, Wasserstoff oder Biodiesel, sondern im Einsatz von „Kopf“, „Herz“ und „Händen“, wie Rob Hopkins, der Gründer der Transition-Bewegung, schreibt. Zukunftsfähige Lebensweisen, die diese Erde auch für künftige Generationen noch lebenswert erhalten, brauchen eine aktive Umgestaltung unserer Städte und Kommunen – eine Umgestaltung, die von den Einwohnern selbst ausgeht und deren wichtigstes Ziel die Relokalisierung von Energieversorgung, Wirtschaft und Nahrungsmittelproduktion ist.

In der Transition-Bewegung schließen sich daher Menschen zu Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen, um mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Fähigkeiten aktiv daran mitwirken, das Denken und Handeln ihres gesellschaftlichen Umfelds zukunftsfähig zu gestalten.

Transition Forchheim

Die Forchheimer Transition-Initiative entstand im Herbst 2019 nach Informationsveranstaltungen, die von der Energie- und Klima-Allianz Forchheim und der Kath. Erwachsenenbildung Forchheim initiiert wurden.

Transition Forchheim versteht sich als Teil der weltweiten Transition-Bewegung, unsere Philosophie ist ausführlich in der Transition Charta der Dachorganisation Transition-Initiativen  dargestellt.

Wir arbeiten ehrenamtlich und sind gegenüber politischen Parteien und Religionen neutral und unabhängig. Die gängigen gesellschaftlichen Wertvorstellungen halten wir in vielen Punkten für überdenkens- und veränderswert. Klimawandel ist nicht etwas, was in der Zukunft vielleicht irgendwann kommt, sondern wir sind bereits mitten in dessen Anfang. Wir sehen es als eine Herausforderung an, die Chancen zu nutzen, die wir jetzt noch haben, um seine Auswirkungen zu begrenzen, indem wir unsere Lebensweise aktiv hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verändern. Dabei gehen wir davon aus, dass jeder für sein Handeln verantwortlich ist und sind sicher, dass jeder Einzelne mit seinen Erfahrungen und Ideen für die Gesellschaft wertvoll ist. Wir denken und handeln lösungsorientiert, wollen gemeinsam nachhaltige Projekte vorantreiben und dabei erleben, dass gemeinschaftliches Handeln viel Freude, Motivation und Energie bringt. Dabei können wir Fehler nicht immer ausschließen, aber aus ihnen lernen, wenn sie geschehen. Wir gehen davon aus, dass die Lösung globaler Probleme „von unten“ ihren Anfang nehmen (Graswurzelbewegung) muss und sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam die Macht haben, etwas zu ändern, denn die Politiker haben nur die Macht, die wir nicht nutzen und ihnen geben. Und das Gleiche gilt für die Wirtschaft! Sie kann nur das Geld einsetzen, was sie von uns als Käufer und Kunden erhält. Damit wollen wir keinesfalls den „Schwarzen Peter“ auf Bürger und Verbraucher schieben, sondern nur deutlich machen, dass wir nicht komplett machtlos sind. Es wird versucht, uns einzureden, dass wir machtlos sind, damit wir unsere Möglichkeiten nicht nutzen. Man versucht, uns einerseits Angst vor dem, was kommen könnte, zu machen und uns gleichzeitig die Hoffnung zu nehmen, dass daran etwas zu ändern ist. Menschen ohne Hoffnung und mit (unbewussten) Ängsten engagieren sich nicht (weil es ja eh nichts bringt, wie sie glauben) und wollen meist auch nichts von den Problemen hören. Sie sind kritiklos, konsumieren und halten so das jetzige Wirtschaftssystem am Laufen und geben damit ihre Macht an diejenigen ab, die die Welt mit ihrem Geld regieren wollen.

Es ist uns sehr wichtig, den Menschen durch praktische Vorschläge und Tipps Mut zu machen, den notwendigen Wandel unserer Gesellschaft hin zu einer enkeltauglichen Lebensweise einzuleiten und zu vollziehen. Daher weisen wir nicht nur auf die Probleme hin, sondern zeigen auch Lösungen auf, die schon existieren und nur noch umgesetzt werden müssen.

Wir agieren überwiegend lokal und regional, wollen aber bestehende und entstehende Initiativen auch überregional vernetzen, um so Synergien zu fördern. Aus diesem Grund arbeiten wir gerne mit Initiativen und Vereinen, Organisationen, Behörden und der örtlichen Wirtschaft zusammen, um gemeinsam in unserer Region in der Bevölkerung ein Problembewusstsein und die Bereitschaft zu zukunftserhaltenden, enkeltauglichen Alltagsentscheidungen und einem entsprechenden Lebensmodell zu fördern. Unseres Erachtens ist ein von unnötigem Konsum unabhängiges zufriedenes Leben möglich, wenn wir unseren Alltag nicht nur von unserem Verstand, sondern auch von unserem Herz bestimmen lassen, wenn wir wieder Qualität mehr wertschätzen als Quantität und bereit sind, dafür ggf. auch einen angemessenen Preis zu zahlen. Unsere Liebe zu dieser Erde und zu unseren Kindern und Kindeskindern führt zu einem achtsamen, respektvollen und fairen Umgang mit der Erde und all ihren Bewohnern, zu der Achtung von Menschen- und Tierrechten und zur Erkenntnis unserer Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Dabei geht es uns nicht darum, Menschen Druck zu großen Veränderungen zu machen, sondern jeder noch so kleine Schritt zählt und fällt ins Gewicht. Niemand sollte sich gestresst fühlen, sondern im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten einen Beitrag leisten, um Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wir wollen Krisen lebensbejahend meistern, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Menschen respektieren und fördern und auch kleine Schritte zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag unterstützen.